Aus dem Magen des Walfisches

Die Kunst war früh ein Weg: ein Mittel gegen die Feindseligkeit gegenüber dem Menschlichen, dem Eigensinn und der Bildung. In streng religiösem Umfeld schufen das Abtauchen in Details, das Wandern durch erträumte Welten und die Transformation von Strukturen in belebte Räume ein geistiges Schlupfloch. Die ikonografische Sprache der allgegenwärtigen, frommen Geschichten bot Schutz vor ihren oft hartherzigen Lehren.

Meine Arbeiten tragen persönliche Erfahrung nach außen – aus einer Sehnsucht nach Resonanz, aus dem Wunsch, Ideen zu pflanzen, die kommende Umbrüche überdauern.

Ich arbeite überwiegend in Werkgruppen. Diese schaffen Gegenüber, Räume, in denen sich das Eigene im Verhältnis zum Außen erkunden lässt. Unterschiedliche Perspektiven auf zentrale Themen ermöglichen eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Raum, Geschichte, Hierarchie, Eskapismus und Resonanz. Anstatt nach objektiver Deutung zu streben, betone ich die subjektive Wahrnehmung des Einzelnen.

Das Meer spielt eine zentrale Rolle in der Ästhetik meiner Arbeit: Es liefert Kontraste – ewige Einsiedler und komplexe soziale Strukturen –, die in ihrer Fremdheit doch menschlich wirken. Die Anatomie mariner Fauna bietet mit ihrer fremdartigen Logik eine Projektionsfläche für eigene Deutungsmuster. Meine Arbeiten reichen von melancholischer Beobachtung der Oberfläche bis in die bedrückende Tiefe des Abgrunds.

Die Motivfindung ist meist intuitiv. Diese Offenheit erlaubt spontane, organische Entwicklungen und löst die konzeptionelle Planung spielerisch auf. Ich kombiniere traditionelle Techniken mit digitalen und installativen Verfahren: Druckgrafik, digitale Landschaften, Klang, Text, Holzbildhauerei und fotografische Collagen verschmelzen zu vielschichtigen Raumkompositionen.

Letztlich legt meine Arbeit Spuren aus. Sie lädt ein, die Oberfläche zu durchbrechen und sich auf die Bedeutungs- und Gefühlsebenen einzulassen, die zwischen den Schichten verborgen liegen.